Die Pre Games 2016 zu den Special Olympics 2017 in Schladming sind der Anlass für Kritik an der Zurschaustellung von Behinderten.

Special Olympics – Kritik von Sportsoziologen

SA-TIERE. 2017 treffen sich die besten Behinderten der Welt bereits zum zweiten Mal im österreichischen Schladming, um den am wenigsten Behinderten unter sich auf sportlichen Wegen zu ermitteln. Aktuell finden in Schladming die Pre Games des Special Olympics statt, also die Generalprobe für die Weltwinterspiele im März 2017. Aus diesem Anlass wird Kritik an den Spielen laut.

„Sportveranstaltungen dienen oft der Unterhaltung“

Im alten Rom herrschten die Kaiser auch durch Brot und Spiele. Sie ließen während den Vorstellungen in den Arenen der antiken Welt Brot verteilen und unterhielten nebenbei die Menschen mit Gladiatoren, Tieren, Dramen und vielen anderen Zerstreuungen. „Diese Aufgabe erfüllt der zuschauerbewusste Sport heute noch. Wenn sie mir nicht glauben, gehen sie in ein Stadion oder eine Arena, in denen der landesbeliebte Sport stattfindet. Fußball, Rugby, Baseball, Cricket und so weiter. Zum Sport gehört also die Unterhaltung der Massen“, so der Sportsoziologie Uwe Richter.

„Behinderte werden zur Unterhaltung“

Hier setzt er auch seine Kritik an. „Wie kann man nur zur Unterhaltung der Massen Behinderte verwenden. Als es damals einen Hermann Maier spektakulär in Nagano zerlegte, da fieberten Millionen Menschen mit. Stellen sie sich vor, einen jungen Mann mit einem herzzerreißenden Down-Syndrom-Lächeln zerlegt ebenso spektakulär vor einem Millionenpublikum. Man sollte diese Zurschaustellung verbieten lassen“, so der Sportsoziologe.

„Im Publikum mehr Familienmitglieder als Gaffer“

Aber diesen Unkenrufen zum Trotz werden die Pre Games trotzdem eine Menge an Publikum anziehen. „Wir wissen, wir haben drei Gruppen von Zusehern. Zum einen die größte – die Familien der Athleten, dann die sportlich Interessierten und abschließend die Gaffer. Aber was sollen wir tun? Wir können doch nicht Menschen wieder wegschicken, nur weil sie wegen der Gefahr zuschauen, dass sich ein geistig behinderter Sportler verletzt“, so der Veranstalter.

„Ich will der beste Behinderte der Welt sein“

Bei den Athleten an sich kommt diese Diskussion nicht an. „Meine Athleten nehmen das alles sportlich und versuchen nur, besser als die anderen geistig Behinderten zu sein. Denn darum geht es hier neben all dem Schönreden, es geht um einen sportlichen Wettkampf, der auch den geistig Behinderten zusteht. Letztlich entscheidet die Leistung darüber, wer hier in Schladming der beste Behinderte sein wird“, erklärt der Veranstalter abschließend.

+++ Bitte ab hier nur weiterlesen, wenn sie nichts gegen platten, populistischen Humor haben +++

Die Veranstalter der Special Olympics bitten auf ihrer Internetseite um „die richtige Wortwahl“ bei der Berichterstattung. Das Wort „Behinderte“ sollte nicht vorkommen. Anstatt dessen sollte man „das Wort ‚beeinträchtigt‘ wählen“. Man freue sich darüber, in der Berichterstattung über „intellektuell beeinträchtigte Menschen/Sportler/Personen“ zu sprechen. OK, gesagt, verlangt – also auch gemacht.

Auch Pegida schickt Vertreter

Erstmals in der Geschichte der Special Olympics kommen intellektuell beeinträchtigte Menschen aus allen Teilen der Welt,… ach nein, das ist einfach zu platt. Verdammtes Neusprech!

Foto: GEPA pictures/Special Olympics

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