Mörder im Knast vergleicht sich mit Deniz Yücel – „Nur Beruf nachgegangen“

SA-TIERE. Hannes B. Waltrudes ist Auftragsmörder. Diesen Beruf erlernte er beim Militär und hat ihn in die Privatwirtschaft hinübergerettet. Nun haben ihn Staatsbeamte bei der Ausübung seines Jobs ertappt und ihn anschließend festgenommen. Er ist im Gefängnis und warte auf seinen Prozess. „Ich bin wie dieser deutsch-türkische Journalist – mich hat man auch eingesperrt, obwohl ich nur meinem Job nachging“, erklärt Waltrudes.

Staatlich Ausbildung für den Privatsektor

Hannes wurde in der Armee das Töten von Menschen mit und ohne Waffen beigebracht. Nach dieser Ausbildung hat er seine Qualifikationen auch in kapitalistischen Ländern feilgeboten. „Ich habe eine staatlich anerkannte Ausbildung genossen, und diese Ausbildung auch nach meinem Staatsdienst weiter genutzt“, so der Mörder. Nun sitzt er im Gefängnis und versteht die Welt nicht mehr.

„Ich und Deniz Yücel – zwei zu Unrecht verknackte.“

„Ich wurde nur deswegen eingesperrt, weil mein Beruf, dessen Ausübung und vor allem dessen Konsequenz in diesem Land unter Strafe stehen. Man behandelt mich wie diesen Journalisten in der Türkei, diesen Deniz Yücel“, so der staatlich geprüfte Menschenvernichter.

Kritischer Journalismus in Türkei verboten – wie das Töten bei uns

„Die Schuldfrage ist doch hier nicht das Kriterium. Die Deutschen sagen doch, dass die Inhaftierung dieses Yücel nicht Rechtens sei, weil er nur seinem Beruf nachgegangen ist. Aber in der Türkei ist das eben vom Gesetz her verboten. Wenn die Deutschen also auf ihrer Meinung beharren und den Journalisten freihaben wollen, müssen sie auch konsequent sein und mich wieder freilassen und mich meinen Beruf ausüben lassen“, erklärt Waltrudes.

„Wer einen erlernten, von staatlichen Stellen geprüften Beruf erlernt hat, sollte durch Gesetze nicht an dessen Ausübung behindert werden.“ Dies ist ein Satz aus der Satzung des Deutschen Assassinen-KV.

Entweder ganz oder gar nicht

Der Anwalt von Waltrudes sieht die Sachlage wie sein Klient. „Solange die Deutschen darauf beharren, dass Gesetze, so seltsam sie uns auch erscheinen, in fremden Ländern nicht beachtet werden sollen, solange habe ich juristische Hoffnung für Hannes B. Waltrudes. Denn solange ein Gesetz in der Türkei von deutschen Bürgern nicht anerkannt wird, solange sind Gesetze in Deutschland nichts wert.“

Kritiker schreien laut auf

Moment, schreien da nun die Kritiker. Das eine ist doch nur ein Journalist, der macht doch nichts. Der andere ist ein Killer, der bringt Menschen um. Journalisten, so sagen die anderen, können mit ihren Recherchen etwas bewegen, etwas verändern. Sie können Dinge ans Tageslicht zerren, die den Mächtigen nicht gefallen. „Fragt euch, warum Journalismus in der Türkei immer mehr verboten wird, und warum das bei uns nicht der Fall ist. Was geschrieben werden soll, ist PR, was nicht geschrieben werden soll, ist Journalismus.

Aus dem Familienalbum – Hannes bei seiner Berufsausbildung.
Aus dem Familienalbum – Hannes bei seiner Berufsausbildung.

Foto: pixabay.com (CC), Von Schreibkraft – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57771884

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s