Pornos für und mit Behinderten

SA-TIERE. Wer vergangene Woche über die erotikmesse München ging, dachte sich bei einem pornostand unweigerlich “What the Fuck”. Dort verkauften junge Damen in aufreizender Kleidung ihre Filme – soweit nichts Ungewöhnliches. Das Außergewöhnliche, alle vier waren oben ohne und haben das Down-Syndrom.

10 Mio. haben auch Sex

Im Jahr 2013 lebten in Deutschland rund 10 Millionen Menschen mit einem Behindertenausweis und rund 7,5 Millionen hätten eine schwere Behinderung. “Haben sie etwa gedacht, die hätten keinen Sex”, fragt der Behindertenbeauftragte der Stadt München, der mit den Damen den Stand betreute.

Schwarze sehen lieber Schwarze, Weiße lieber Weiß

Die Pornowebsite Youporn erhob Daten unter ihren Nutzern. Diese Daten lassen den Schluss zu, dass man immer lieber Menschen beim Sex zusieht, die einem ähnlich sind. “Das gilt auch und vor allem bei den vielen verschiedenen Formen von Behinderungen”, erklärt der bekennende Nutzer. Laut einer Cross-Studie von Youporn mit der Uni München wirken Menschen mit Down-Syndrom sogar noch glücklicher als sie ohnehin wirken, nachdem sie Sex hatten.

„Oder stellen sie sich vor, ihnen fehlen beide Arme, abgerissen bereits in frühester Jugend an einer Landmaschine, und plötzlich werden sie von einer Hand befriedigt – eine essentielle pubertäre Erfahrung wurde somit nach langer Zeit nachgeholt“, erklärt der Münchner Beauftrage zur allgemeinen Befriedigung.

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Mongo oder Krüppel – das ist echter Dirty Talk

„Oder wenn sie als Mensch mit einem Handicap endlich beim Dirty Talk als Mongo, Krüppel oder Hinkebein angeschrien werden wollen und sich das niemand traut. Durch unsere Filme können Sie diese Fantasien ausleben”, sagt der bekannte Porno-für-Behinderte-Produzent Edgar Anal Po. „Etwas Besonderes sind“, so Edgar A. Po weiter, „Pornos für Menschen, deren Behinderung Alzheimer ist – denn es gibt nur einen. Tatsächlich, mehr mussten wir nicht produzieren. Aber der Film ist und bleibt ein Verkaufsschlager“.

„Das Ganze geht noch nicht weit genug“

Kritik kommt nun von den Inklusionsbeauftragten. “Es ist falsch die Menschen mit Handicap auszuschließen. Wir sollten alle Behinderungen in ‘normale’ Pornos inkludieren”, sagt der Beauftragte aus München. Anders als bei Integration, wobei die Behinderten in geschützten Räumen beschützt werden, werden sie bei der Inklusion voll in die Gesellschaft inkludiert. „Was mir vorschwebt“, erklärt der angesprochene Inklusionsbeauftragte, „ist ein Gangbang-Film mit einer 20jährigen Schauspielerin mit Down-Syndrom, die von Männer, Frauen, Schwarzen und Weißen und von körperlich wie auch geistig Behinderten genommen wird. Erst wenn ich diesen Film legal kaufen kann, dann ist die Gleichberechtigung mitten in der Gesellschaft angekommen“.

Foto: pixabay.com (CC)

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