Perverse Blumenmörder und Liebespaare

SA-TIERE. Im Allgemeinen verbinden die Menschen mit einer mobilen Ambulanz die Fahrzeuge und Mitarbeiter des Roten Kreuzes oder des Roten Halbmonds. Nun hat sich eine andere Ambulanz in den medialen Fokus gedrängt. Die Rote Distel versorgt verletzte Pflanzen auf der ganzen Welt und in Österreich und warnt vor Weihnachten.

„Beim Weihnachtsbaum den Stecker ziehen“

Es war ein Bild des Grauens. Am vergangenen 24. Dezember drangen die Ambulanzfahrer der Roten Distel überall in Österreich in Wohnungen und Häuser ein, um ein beispielloses, sich jedes Jahr wiederholendes, langsame dahinsiechen von entwurzelten Bäumen zu beenden. „Aktive Sterbehilfe nennen wir unsere Weihnachtsaktion. Wir können dann nichts mehr tun, als bei den nur noch künstlich am Leben erhaltenen Tannen den Stecker zu ziehen, da wir die Lichterketten ja nicht mitnehmen wollen. Wir bringen die Tanne dann immer in den Wald, wo wir sie liegen lassen und sie in Ruhe und Frieden neben ihrer Familie sterben kann“, so der Chef der Roten Distel, Heinrich J. Bauernfänger.

Liebespaar? Perverse Blumenmörder!

„Wir hatten schon Fälle, das glauben sie nicht. Da haben die Menschen offensichtlich nicht begriffen, dass auch Pflanzen Lebewesen sind. Würden sie einer Frau einfach so aus heiterem Himmel den Kopf samt Torso ausreißen, um ihn dann als Zeichen ihrer Liebe zu verschenken. Wir hatten einen solchen Fall. Eine aufmerksame 85jährige Dame rief uns an, und meldete uns am Rand einer Blumenwiese ein augenscheinlich verliebtes Paar. Der Mann, so sagte die Alte, wäre wohl schwer verliebt und gerade würde er zur Wiese gehen und einige der dortigen Blumen zwecks pflückens taxieren. Wir sind natürlich sofort hin, mit Blaulicht und Sirene, und wollten retten was zu retten war“, so Bauernfänger.

Präsentiert von

leberkas-bannerwerbungen-702x112mm

Erste-Hilfe half nichts

„Wir kamen an, sahen das Grauen und entrissen der Frau, die unverhohlen an dem tragischen Opfer schnüffelte, und versuchten Ersthelfer-Maßnahmen. Wir bestrahlten mit UV-Licht, wollten so die Photosynthese wieder ankurbeln, legten die Blume zwischen Hydrokulturkügelchen und wickelten sie in Heilerde mit Salzen vom Toten Meer ein – aber nichts half. Sie starb in unseren Armen. Als das erste welke Blatt von ihr die kalte, nasse und dreckige Straße berührte, musste mich mein Partner zurückhalten, damit ich den beiden perversen Mördern nichts tue“, beklagt sich Bauernfänger.

„Mein Gott, was für ein Weichei“

Die deutsche und die österreichische Innung der Salatliebhaber und ihr kämpfender Zweig, die Veganer gegen Tiere als Nahrung, kritisieren die Mitglieder der Roten Diestel harsch. „Um Gottes Willen, was sind denn das für Weicheier. Nun kann ich verstehen, wieso uns die Fleischesser so lächerlich finden. Eine Ambulanz für Pflanzen – so ein Blödsinn. Nun fordern die auch noch, dass man auf Salatpackungen und Brokkoliecremesuppenpackungen die schlimmen Verhältnisse bei der Ernte zeigt. Als wäre ein Entwurzelung so schlimm. Verdammte Weicheier, jetzt echt aber“, so der Sprecher der Sprecher des grünen Armes der Salatfreunde.

Bauer Heinz Schrödinger, oder wie er in Pflanzenkreisen genannt wird, der allmächtige Schnitter.
Bauer Heinz Schrödinger, oder wie er in Pflanzenkreisen genannt wird, der allmächtige Schnitter.
Die Rote Distel ist das Symbol für die Pflanzenambulanz – wie das Rote Kreuz und der Rote Halbmond.
Die Rote Distel ist das Symbol für die Pflanzenambulanz – wie das Rote Kreuz und der Rote Halbmond.

Foto: pixabay.com

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s