Über den Plan, dass die Tittenkofner Schlaglöcher saniert werden, sind die Tittenkofner nicht sonderlich erfreut und protestieren nun dagegen.

Protestgruppe gegen Straßensanierung: „Das Schlagloch muss überleben“

SA-TIERE. In Tittenkofen, einem kleinen bayerischen Dorf nahe Frauenberg, schreitet das Leben normalerweise seinen traditionell gemütlich bayrischen Gang. Veränderungen werden nur langsam begonnen und noch langsamer zu Ende gebracht – der Erhalt der Tradition und der eigenen kulturellen Identität steht über allem. Nun will das Straßenverkehrsamt eine Straße sanieren und die Schlaglöcher auffüllen. Dagegen formte sich nun aber die Protestgruppe „Überleben der Schlaglöcher“.

145 Schlaglöcher sollen aufgefüllt werden

Wer einmal durch die bayrisch-idyllische Landschaft rund um Tittenkofen gefahren ist, bleibt oft stehen, steigt aus dem Auto aus, atmet tief durch und besinnt sich voller Freude auf die landschaftlichen Schönheiten Bayerns. „Damit die Autofahrt zur Besinnung auch ohne große Ruckler stattfinden kann, wollen wir nun die 145 größten Schlaglöcher in der Umgebung um Tittenkofen auffüllen lassen“, informierte die Landesregierung die Einwohner und Anrainer per Rundschreiben. Tags darauf trafen erste Beschwerden ein.

Schlaglöcher überlebenswichtig

„Wir von ‚Überleben der Schlaglöcher‘ sind ja nicht gegen die Erneuerung als solche, sondern eher gegen die Erneuerung an sich. Bei uns haben Schlaglöcher eine Heimat, gehören also zu uns, sind Teil der Familie. Wenn man zum Beispiel nach einem langen Diskussionsabend beim Wirt, bei dem man mit jedem Bier bessere Argumente findet, um 2 Uhr morgens nachhause fährt, kann es ja passieren, dass man kurz einnickt. Und wenn einem da die Schlaglöcher nicht mit den nötigen Rumps wieder aufwecken – wer weiß, was dann passieren kann?“, sagt Helmut Schöneberger, Autohändler und Sprecher der Protestgruppe.

Schlaglöcher als Wirtschaftsfaktor

Neben dem Wirtshausfaktor solle man laut Schöneberger auch den Wirtschaftsfaktor solcher Schlaglöcher nicht aus den Augen verlieren. „Was glauben sie was so ein Achsenbruch Geld in die Tittenkofner Wirtschaft spült? Allein in den vergangenen 10 Jahren haben sich in Tittenkofen und Frauendorf rund 10 Autowerkstätten niedergelassen. Und das bei nur 3468 Einwohnern, von denen aber nur rund 80 Prozent motorisiert sind. Und wenn man das Fahrzeug nicht mehr reparieren kann, dann kommen die Leute eben zu mir und ich mache ihnen einen guten Preis“, ärgert sich Helmut Schöneberger.

Da geht ihm der Hut auf

„Und die Politik tut auch nichts dagegen. Die lassen uns mit der Willkür der Ämter einfach alleine. Das hätte es früher nicht gegeben“, regt sich Schöneberger auf, „nein, nein, früher wäre so etwas nicht möglich gewesen. Da hätten sie solche Rindviecher wie diese Beamten mit einem Ochsentreiber, also einem Stromstock, aus seiner Amtsstube hinausbegleitet. Wenn der Franz Josef Strauß noch leben würde, der würde sich im Grabe umdrehen“.

Foto: CC0 Public Domain, adfc.de/pressefotos,

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