Die ersten Toilettenzeitungen kommen auf umweltfreundlichen Klopapier heraus. So will die Zeitungsbranche wieder mehr Geld verdienen.

Rollenzeitung – Zeitung auf Klopapier – Nur Krone und Österreich scheißen drauf

SA-TIERE. Der Zeitungsmarkt ist rauer geworden, „seit jeder Hinz und Kunz im Internet selbst Nachrichten schreiben kann“, so VÖZ-Sprecher Wegreiter. Daneben wurde die bislang so starke Druckergewerkschaft durch die Veränderung der Lesegewohnheiten, weg von Papier, hin zu Handy und Laptop, geschwächt. Anstatt zu resignieren hat sich die Print-Welt nun für neue Distributionswege entschieden.

Online-Bezahlsystem wurde verschlafen

Laut einer Umfrage der VÖZ (Verband Österreichischer Zeitungen) lesen rund 78 Prozent der Bevölkerung Zeitungen ausschließlich nur noch Online. Dabei sei es laut Studie egal, ob über Smartphone, Tablet oder Laptop. „Leider haben wir es versäumt, eine Bezahlfunktion für unsere Onlineangebot einzuführen, als die Menschen damals noch für sowas Verständnis gehabt hätten. Nun müssen wir damit leben, dass Online alle alles gratis haben wollen“, sagt der VÖZ-Sprecher Arnulf Wegreiter.

Innovativ mit Rollenzeitung

Aber die VÖZ, und vor allem die bisher so mächtige Druckergewerkschaft, wollen sich hier die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. „Wir waren schon immer innovativ. Mit der neuen Rollenzeitung wollen wir die Printleser wieder zurückholen. Die meisten Menschen, zumindest laut Umfrage, lesen tatsächlich noch von Papier wenn sie am Klo sind. Dort wollen sie ihre Handys nicht mitnehmen. Und in diese Marktlücke stoßen wir nun vor“, so Ralph Hüttinger von der Druckergewerkschaft.

Neue Rollenverteilung in den Medien

„Die Rollenzeitung wird den Zeitungsmarkt so verändern, wie es die digitale Revolution gemacht hat. Manche glauben, dass wir mit dem neuen Medium Klopapierrolle nicht tagesaktuell sein können. Aber wir werden unseren Zustellern einfach statt der alten Variante die Rollenzeitung mitgeben – so kommt es zu einer völlig neuen Rollenverteilung in den Medien. Aktive Zeitungsleser und Klogeher können sich in der Trafik dann jeden Tag ihre frische Rolle Klopapier holen“, meint Hüttinger. Auch die Zeitungshalter in den Cafes werde man durch Klopapierhalter ersetzen.

„Journalismus muss sich anpassen“

Lange Reportagen oder 5seitige Interviews werde es in Zukunft nicht mehr geben, ebenso die zu einer Unart gewordenen ewig langen Onlineartikel. Wer veröffentlicht werden wollen würde, muss seine Artikel auf die Länge eines Stückes Klopapier zurechtschreiben. Arnulf Wegreiter sieht in der Entwicklung eine klare Kampfansage an das Modell der kostenlosen Onlineinformationen, „die ausschließlich Google und Konsorten hilft“, so der VÖZ-Sprecher.

Krone und Österreich scheißen drauf

Die großen Tages- und Wochenzeitungen stimmten alle dem Vorschlag zu. Nur die Kronen Zeitung und Österreich stimmten dagegen. „Wir wollen einfach nicht in vorauseilendem Gehorsam den Kabarettisten die Möglichkeit zu Sätzen wie ‚Eine Verschmelzung von Inhalt, Form und Funktionalität‘ geben“, sagt Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner. Die deutsche Bildzeitung überlegt noch.

Foto: CC0 Public Domain, Salzburger Nachrichten Logo Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons, DiePresse Logo lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons, DerStandard lizenziert unter Logo über Wikipedia, „Kronen Zeitung“ von Benutzer Gaspard – Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt.). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons, „Oe-Zeitung“ von „Österreich“ lizenziert unter Logo über Wikipedia,

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