Ein Kulturmensch wollte die Natur nicht verschandeln, sondern Kulturgüter für die Nachwelt festhalten.

Kulturmensch beim Müllverkappen in Naturschutzgebiet erwischt

SA-TIERE. In einem großen Naturschutzgebiet im Süden Salzburg fanden Naturmenschen in den vergangenen Jahren immer wieder große Ansammlungen von Müll – in Wäldern, Seen und Auen. Nun wurde die Polizei dem Umweltsünder habhaft, als er sein altes Auto in einem Bergsee versenken wollte. Der Umweltsünder verteidigte sich allerdings – er sei kein Naturmensch, sondern ein Kulturmensch mit archäologischem Ansinnen.

Zuerst Anzeige gegen Unbekannt

Der Verein Naturmenschen e. V. brachte den Fall vor 3 Jahren ins Rollen. „Wir fanden immer wieder Autoreifen, Kühlschränke, Kleidungstücke oder auch Elektronikartikel in den naturgeschützten Landschaften im Süden von Salzburg. Wir erstatteten sofort und umgehend Anzeige gegen Unbekannt“, so Andreas Heiß, Vorsitzender des e. V.

Aus unbekannt wurde bekannt

Durch die großflächige und jahrelange Überwachung des Naturschutzgebietes durch rund 150 Polizeibeamte und –innen ist der Unbekannte nun kein Unbekannter mehr. „Der Delinquent wurde seit zwei Jahren systematisch von uns überwacht und konnte nun auf frischer Tat ertappt werden, als er einen PKW, Marke Opel, Baujahr 1989, Benzinmotor, in einem naturbelassenen See für längere Zeit parken wollte“, so Polizeiobermeister Rudolf Hinterseer.

Deponierer als Kulturmensch

Alfred Hinzenbichler, der „Falschparker“, kündigte gegenüber SKWC exklusiv an, er werde sich vor Gericht gegen „die infamen Lügen der Polizei und der Naturmenschen als Kulturmensch verteidigen. Wissen sie, ich bin ein Mensch, der sich schon immer für alte Kulturen interessiert hat. Und wo finden die Archäologen die meisten archäologischen Schätze, die über den Alltag der zum Beispiel der Kelten berichten? Doch nicht in Gräbern, nein, auf den Müllhalden der alten Kulturen!“

„Will Archäologen der Zukunft helfen“

Und dies sei auch sein Anspruch. „Sehen sie“, sagt Hinzenbichler eindringlich, „jeder Mensch hat doch eine Aufgabe im Leben. Meine ist es, den archäologisch nachfolgenden Generationen etwas zu hinterlassen, damit die etwas darüber erfahren, wie wir, ihre Vorfahren, einmal gelebt haben. Und sowas kann man natürlich nicht in einer Stadt machen. Da wird einfach zu viel in kurzer Zeit umgebaut und überbaut. Darum bin ich in das Naturschutzgebiet gefahren und habe dort systematisch DIE archäologische Sensation der Zukunft angefangen zu deponieren – dort greift der Mensch ja so wenig ein. Ich führe eben einen Kampf als Kulturschaffender gegen die Naturschaffenden, die nichts als grüne Wiesen und intakte Landschaften unseren nachfolgenden Generationen hinterlassen wollen! Sowas macht doch keine kulturelle Aussage, oder?“

Foto: CC0 Public Domain

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