ORF – Lange Nacht des guten Fernsehens

SA-TIERE. Der ORF veranstaltete bisher schon in Kooperation mit vielen Museen in Österreich die „Lange Nacht der Museen“. Nun hat man sich in der Führungsriege des österreichischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens eine weitere „coole und neue Idee“, so ORF-Chef Wrabetz, einfallen lassen. Bei der „Langen Nacht des guten Fernsehens“ wolle man wieder auf gute Filme anstatt auf Hollywood-Einerlei und schlechte Eigenproduktionen setzten.

Primetime für Seichtes, die Nacht für Qualität

„Wir werden zwischen 0:00 und 05:00 Uhr an jedem Wochentag außer Freitag Qualitätsfernsehen zeigen. Hier bringen wir zum Beispiel gute alte Serien oder legendäre Filme“, so Wrabetz. Den Vorabend, die 20:15 Uhr- und die 22:00 Uhr-Sendeplätze würden zwar noch von den Wiederholungen von bekannten und oft gespielten US-Serien, von charismatischen Eigenproduktionen wie SOKO Kitzbühel und SOKO Donau und von seichten Hollywood-Good-Feel-Komödien mit absehbarem Ausgang dominiert, „aber in den ‘Langen Nächten des guten Fernsehens’ kommt dann echte Qualität“, erklärt der ORF-Chef.

Durch „Lange Nacht“ den Bildungsauftrag ausführen

Auf die kritische Aussage, dass um diese Uhrzeit während der Woche kein Menschen schaut, weil am kommenden die meisten zur Arbeit müssten sagte Alexander Wrabetz, „dies geschieht in absoluten Einklang mit unserem Programm- und Bildungsauftrag. Während die Menschen, die arbeiten bei seichtem Fernsehgedudel abschalten und neue Kraft für den kommenden Tag sammeln können, werden wir die bildungsfernen Schichten, die arbeitslos auch die ‘Lange Nacht des guten Fernsehens’ schauen können, durch Qualitätsfernsehen zu bilden wissen“.

Private Konkurrenz in Schach halten

Die Lange Nacht des guten Fernsehens wurde vom ORF schleichend eingeführt. Seit Jahren werden gute und qualitätsvolle Filme und Serien erst nach 0:00 Uhr auf ORF 2 gezeigt. „Qualität zu einem früheren Zeitpunkt zu senden, oder mal was Unerwartetes oder Neues am Vorabend auszuprobieren, hat wenig Sinn, da die gebildeten Zuseher nur abschalten wollen und so vermutlich zu ATV oder Puls 4 (private TV-Sender in Österreich) umschalten würden“, erläutert Wrabetz nicht ohne stolz geschwellter Brust.

Streaming-Dienste werden „eingehen“

Auf Netflix, Maxdome oder auch Amazon Instant Video, Internet-Film-Anbieter, bei welchen man sowohl Hollywood-Filme wie auch Qualitäts-Filme immer schauen kann, würde man nicht eingehen wollen. „Das Internet ist und bleibt eine Modeerscheinung. In spätestens 10 Jahren werden die Menschen erkennen, dass sie sich nicht mehr damit belasten wollen, für sich selbst das Unterhaltungsprogramm mühsam auszusuchen, sondern es wieder unseren erfahrenen, mit dem selben Geschmack ausgestatteten, Programmprogrammierern überlassen, sie abzulenken“, ist sich Alexander Wrabetz sicher.

Foto: (Netflix, Transformers, Two and a half men) Wikipedia.org, maxdome.de, (SOKO Donau) Satel Film/Petro Domenigg, (SOKO Kitzbühel) cinetirol.com, CC0 Public Domain.

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