Down-Syndrom-Special bei WWM und DSDS

SA-TIERE. Nach den guten Erfahrungen mit der Inklusion von Behinderten in den normalen Alltag, ohne diese speziell zu behandeln, kommt der deutsche Privatfernsehsender RTL nun mit eigenen Vorstößen in diese Richtung. Gestern Abend strahlte der Sender ein „Wer wird Millionär“-Special aus, das nicht so hieß und in dem die Kandidaten ausschließlich Menschen mit Down-Syndrom waren. Morgen folgt ein Deutschland sucht den Superstar-Special, über dessen Proben wir von SKWC exklusiv berichten dürfen.

Was ist Inklusion und warum RTL

Der Siegeszug der Inklusion ist in Deutschland enorm. Inklusion meint, dass bisher ausgeschlossene Menschen in alle Teilbereiche der Gesellschaft einbezogen werden. „Das gilt ganz besonders für das Fernsehen“, so RTL-Geschäftsführer Frank Hoffmann, „und solange die öffentlich-rechtlichen Sender diesen gesellschaftlichen Auftrag nicht erfüllen, tun wir privaten eben was wir können“. Und das sei Unterhaltung.

So war das WWM-Special

Moderatorengott und Journalismuspapst Günther Jauch empfing also gestern in gesellschaftlichem Auftrag fünf Menschen mit Down-Syndrom in seiner Gameshow. Und RTL blieb dabei dem Inklusionsgedanken treu, denn es wurden keine einfacheren Fragen gestellt. Beispielsweise wurde in der ersten Runde, in der entschieden wurde, welcher der Kandidaten in die Mitte zu Jauch darf, folgende Aufgabe gestellt. „Ordnen sie die folgenden Ziffern der Häufigkeit ihres Auftretens in der Zahl Pi in aufsteigender Reihenfolge“. Man hätte es einfacher machen können, so Jauch, aber wer Inklusion ernst nimmt, darf keine Unterschiede mehr machen.

Quotenhit wird multipliziert

Von den Kandidaten schaffte es einer über die 500-Euro-Grenze. Dieser liebte es, im Geist das Alphabet aufzusagen und dabei immer einen Buchstaben laut zu schreien. Die Show trotz geringer Gewinne ein Quotenhit. „Wir hatten in der werberelevanten Zielgruppe einen Marktanteil von 26,7 Prozent. Das bestärkt uns in unserem Glauben, das richtige zu tun. Wir gehen diesen Weg weiter, nun auch mit DSDS“, so Frank Hoffmann.

DSDS mit vielen Behinderungen

In der morgen startenden neuen Staffel der Musiker-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ wird RTL wieder Behinderte einsetzten. „Wir wollen Inklusion, und das um jeden Preis. Bei DSDS werden normale neben Menschen mit Down-Syndrom auftreten, wir haben eine Rollstuhlfahrerin und zwei stumme Kandidaten, die mittels Zeichensprache singen werden“, freut sich der RTL-Boss.

Kritik von „normalen“ DSDS-Kandidaten

Leise Kritik äußerten in einem Internetforum jene Kandidaten der Casting-Show, die keine Behinderung haben. So schreibt zum Beispiel Lars Stingelkamp, dass „wir Normalen ohnehin keine Chance haben werden – wer wählt schon ein kleines süßen Mädchen mit ihrem herzlichen Down-Syndrom-Lächeln raus“.

Foto: DSDS (GRUNDY Light Entertainment GmbH, wikipedia), Junge mit Down-Syndrom („Boy with Down Syndrom“ von Vanellus Foto), wwm (Wikipedia.org)

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