Nach A320-Absturtz – Psychologen freuen sich über neue Buchverträge

SA-TIERE. Die Tatsache, dass der Co-Pilot, dessen handeln zu den tragischen Ereignissen der vergangenen Tage führte, depressiv und allgemein psychologisch krank gewesen sein soll, regt die Gemüter in der Medienlandschaft, der Gesellschaft und seit neuesten auch in der Verlagsbranche.

Hoch dotierte Buchverträge versüßen die Redeplicht

Die Diskussion über mögliche Gegenmaßnahmen gegen die fast täglich stattfindenden Piloten-Suizide hat nun auch die Schweigepflicht der Psychologen, sprich von Ärzten erreicht. Viele Medien fordern nun, dass bei psychisch kranken Menschen nun alle Krankenakten geöffnet werden sollen, damit alles Kranke vor einer schrecklichen Katastrophe an die Öffentlichkeit kommt. Es kommt kein Widerstand vonseiten der Psychologen, da sie sich durch das Wegfallen ihrer Schweigepflicht hoch dotierte Buchverträge erhoffen.

Erfolgsbücher garantiert

„Was mir allein in den vergangenen Jahren an Material über meine Patienten in die Hände gefallen ist – ein Wahnsinn. Wenn die Politik der Forderung der Medien umsetzt, uns vom verdammten Schweigen befreit, dann kann sich die Welt auf einige pikante Geschichten von Politikern, Sportlern, Schauspielern und vielen anderen Menschen gefasst machen. Sobald wir Namen nennen dürfen, unsere aufgezeichneten Gesprächsprotokolle als Beweis als MP3 mit verkaufen dürfen – das wird die Buchindustrie revolutionieren“, freut sich Dr. Ludgar Canton.

Empörung – „Nicht alle, nur bei Verantwortungsträgern“

Mit Empörung reagieren nun aber unverständlicherweise wiederum jene Medien und Politiker, deren Forderung die Abschaffung der ärztlichen Schweigepflicht war. „Das haben wir damit nicht gemeint. Nicht wir sollen untersucht werden, sondern nur Piloten, Polizisten oder Ärzte, also Menschen mit echter Verantwortung“, sagt Bundeskanzler Werner Faymann. Diesem Argument, dass Politiker und Medien ohne Verantwortung seien, quasi sogar verantwortungslos, vor allem bei ihren Schnellschüssen nach Katastrophen, könne man nichts entgegensetzten, so ein Kommunikationswissenschaftler – außer, dass man diese meist nicht zu Ende denke.

Buchbranche hoch erfreut

Die Frankfurter und die Leipziger Buchmessen verzeichnen bereits jetzt eine Anmeldeflut von Verlagen, die mit Büchern über die intimsten Details von gestressten und sich in psychologisch-vertraulicher Behandlung befindlichen Wirtschaftsmanagern und Politikern werben. Es sickerte durch, dass ein Buch die teils dubiose Karriere von Carsten Maschmeyer beim Finanzdienstleister AWD und seine vielen politischen Kontakte offenlegen wird. Zwar will dies Maschmeyer aus Scham und Selbstschutz verhindern, aber durch das Wegfallen der Schweigepflicht kann er wohl nichts dagegen tun.

Foto: bundeswehr.de/fotolia/michaeljung

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