„Wir müssen die Ängste der Bürger ernst nehmen“

SA-TIERE. Deutsche und österreichische Politiker gehen nun einen völlig neuen Weg der Bürgerbeteiligung. „Wir müssen die Ängste der Bürger ernst nehmen.“ Zum Beispiel wäre dies in Salzburg die Angst vor Bettlern, in Brandenburg die Angst vor Arbeitslosigkeit, in vielen Städten die Angst vor dem Unbekannte, also dem Ausländer. „Angst vor dem Unbekannten kurieren wir mit der Konfrontation“, so Sachsens Ministerpräsident.

Angst vor dem Unbekannten

„Wir müssen die Ängste der Bürger ernst nehmen“, sagte auch Sachsens Ministerpräsident Reiner Haseloff. „Unsere Bürger haben Angst vor Ausländern – und da wir so wenige hier davon hier haben, ist es eigentlich die Angst vor dem Unbekannten. Daher haben wir beschlossen, rund 50.000 Rumänen, Afghanen und Schwarzafrikaner in unserer Heimat anzusiedeln. Geraten wurde uns das von einem Psychologen, der sich mit Angsttherapie auskennt“, so der Politiker.

Andere Ängste wollen auch ernst genommen werden

Xenophobie, also die Angst vor Fremden, ist eine psychologisch anerkannte Angst, „die wir ernst nehmen müssen“. Nun schalten sich auch andere ängstliche Menschen ein, die zwar keine Angst vor Ausländern haben, aber dennoch mit ihren Ängsten ernst genommen werden wollen. So setzten sich die Anthophobiker, also Menschen mit der panischen Angst vor Blumen, dafür ein, überall Straßen zu bauen, und fordern hierbei Unterstützung, „denn jede Angst muss von der Politik ernst genommen werden“, so Lars Durkelmann, der noch nie einen Salat gegessen hat. Zu keinem Interview bereit waren die Vertreter der Logophobie, der Angst vor dem Sprechen. Aelurophobiker wollen, dass alle Katzen und Kätzchen aus dem öffentlichen Raum verschwinden. Die Katzenfürchter nutzen mittlerweile das Internet nicht mehr, „denn das besteht zu 90 Prozent nur noch aus verstörenden Katzenbilder. Wir wollen ernst genommen werden und fordern das Abschalten des Internets“, sagt eine Dame, deren Auto bedenklich nach nassem Hund riecht.

Änderungen in der Mathematik und im Kalender

„Wir stehen mit unseren Forderungen kurz vor einer Einigung mit den Politikern“, sagte Ursula Einring, Pressesprecherin der Paraskavedekatriaphobie. Diese Menschen haben Angst vor Freitag, dem 13. Man wolle jeglichen Freitag den 13. aus den Kalendern streichen – in amerikanischen Aufzügen habe das ja schon wunderbar geklappt, da habe man die Ängstlichen auch schon ernst genommen. Ebenso ernst meinen es die Tetraphobieker. Zwar gibt es die Angst vor der Zahl 4 oftmals nur in asiatischen Ländern, aber vor allem bei Schülern grassiert diese Angst. „Hier entsteht eine völlig neue Angstkultur. Bald werden die Pentaphobiker in Österreich und die Hexaphobiker in Deutschland anerkannte Kranke sein. Daher fordern wir die Abschaffung der schlechten Noten“, so Hans Hanssohn, Schülervertreter einer Volksschule in Tirol.

Ängste ernst nehmen

Politiker aus allen Lagern, egal ob rechts oder links, versprachen nun einhellig, dass man die Ängste ernst nehmen werde. Auf Widerstand stoßen sie dabei aber auch. Die Approbatiophobiker, also Menschen, die eine panische Angst vor Zustimmung haben, lehnen diesen Kompromiss ab. „Das wäre ja genau das, was wir wollen. So geht das nicht“, so ein Sprecher der Gruppe. Man habe große Angst davor, ernst genommen zu werden.

Approbatiophobiker, welche gleichzeitig Xenophobiker sind, hatten es in vielen Städten immer sehr leicht, ihren Ängsten zu entkommen. „Man bekommt einfach wenig Zustimmung, wenn man per se gegen Ausländer ist“, so der selbe Sprecher erneut. In Salzburg war für die Menschen das Paradies. Alle sprachen sich gegen Ausländerhass aus, bildeten mit 88 gegen Rechts sogar eine Facebookgruppe und Prominente machten für dieses Thema, bei dem allgemeiner Konsens herrscht, brav und eifrig Werbung. Doch seit sich nicht nur konservative Kräfte wie die ÖVP und die FPÖ gegen das Recht auf Betteln aussprechen, sondern auch die linke SPÖ, ist das Leben der Approbationphobiker schwerer geworden.

Foto: CC0 Public Domain

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