Oscar-Skandal: Noch nie ein Mann als beste Darstellerin nominiert

SA-TIERE. Bei der diesjährigen Oscarverleihung kam es zu einem ähnlichen Eklat wie damals, als der Doku-Regisseur Michael Moore seine Ansprache hielt. Der Gewinner des Oscars für die beste männliche Nebenrolle, J.K. Simmons, sprach in seiner Dankesrede ein offenes Geheimnis an, dass trotzdem Hollywood und auch viele Menschenrechtsorganisation weltweit aufrüttelte.

Aus 08/15 wurde Brandrede

„And the oscar goes to … J.K. Simmons!“ Applaus brandete auf, als der US-Schauspieler auf die Bühne geholt wurde um seinen Oscar für die beste Nebenrolle zu erhalten. Er trat ans Rednerpult, und zu Beginn seiner Ansprache sah alles noch nach einer 08/15-Danksagungsliternei aus. Dann ließ er aber eine Bombe platzen. „Ich muss noch eine Sache ansprechen“, begann Simmons, „in den mehr als 80 Jahren des Academy Awards geschah Schönes, aber auch eine große Ungerechtigkeit, die die Gleichberechtigung in diesem Land um Jahre zurückwarf“.

Applausverhalten blieb verhalten

Zum frenetischen Applaudieren bereit saßen alle Damen im Publikum bereit aufzuspringen. Doch J.K. Simmons fuhr fort. „Noch in diesen 80 Jahren wurde jemals ein Mann als beste Nebendarstellerin oder gar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Das ist eine Schande.“ Ruhe herrschte im Saal. Erst langsam applaudierte die versammelte Film- und Werbeindustrie. Es blieb bei diesem verhaltenen Verhalten.

„Simmons hat recht mit Unrecht“

Nach der Preisverleihung wurden alle Stars und Anwesenden auf die Worte von Simmons angesprochen. „Mir war nie bewusst, wie sehr reiche weiße Schauspieler in Hollywoods Preisverleihungsindustrie benachtteiligt werden“, so Patricia Arquette, die eine ähnliche Rede vorbereitet hatte, und, wie sie sagte, wegen Simmons flammenden Apell, nicht hielt.

Oscars doch nicht zu weiß

Im Vorfeld der Oscars 2015 war Kritik aufgekommen, dass die Veranstaltung eine für weiße Männer sei, denn die meisten nominierten seien weiße Männer. „Dass diese Menschengruppe auch unter einer Diskriminerung leidet, war mir nicht bewusst. Nun stehen wir aber alle hinter ihnen und werden für ihr Recht, auch als weibliche Darsteller anerkannt zu werden, kämpfen“, sagte Oscargewinnerin Julianne Moore (nicht mit Michael Moore verwandt).

Preisstifter Oscar Wilde

Der auf den irischen Autor Oscar Wilde zurückgehende Preis wird seit 1929 in Los Angeles verliehen. Oscar Wilde wurde von seinen Liebhabern oft nur „the golden boy“, also der Goldjunge genannt. Daher ist die Statue auch golden und im Andenken an die Homosexualität von Oscar Wilde auch nackt, bis auf ein großes phallisches Symbol vor dem Schritt.

Foto: CC0 Public Domain

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