Am Brunnen Durststrecke beendet

SA-TIERE. Der berühmteste Triathlon der Welt, der Thirsty-Man in der Sahara, wurde vergangenes Wochenende ausgetragen. Nach zwanzig Jahren gewann erneut der Österreicher Helmut Granger, als er nach einem 10 Kilometer langen Schwimmrennen durch den Nil, einem 150 Kilometer langen Radrennen und einem 42 Kilometer langen Marathon durch die Sahara endlich am Brunnen der Zielstation ankam und den ersten Schluck Wasser nach rund 10 Stunden zu sich nehmen durfte.

Nach 20 Jahren endlich wieder ganz oben

„Es war der Wahnsinn. Ich habe Jahr für Jahr dafür trainiert, meinen Erfolg beim Thirsty-Man von 1995 zu wiederholen. Endlich ist diese Durststrecke überwunden“, so der erschöpfte, dehydrierte aber dennoch glückliche Helmut Granger im Ziel. Auf der Strecke überwachten mehrere Beduinenstämme die Einhaltung der Regeln. Vor allem das Nicht-Trinken auf dem Nil fällt vielen Athleten schwer. Der Thirsty-Man wird von den Teilnehmern auch respektvoll der Ironie-Man genannt.

„Wichtig, im Wasser Erster zu sein“

Helmut Granger beschreibt exklusiv für uns die Strapazen des Wettbewerbes. „Vor dem Start habe ich rund 6 Liter Wasser getrunken und etwa 4 Kilo Bananen gegessen. Zwar sollte man dann eine Stunde warten, bis man zum Schwimmen ins Wasser geht, aber dieses Risiko bin ich eingegangen. Ich spürte bereits nach 4 Minuten im Wasser, wie sich nach den 6 Litern Wasser meine Blase regte, aber das Urinieren im Nil war für mich keine ernsthafte Herausforderung. Schon da erkannte ich, wie wichtig es war, früh in Führung zu gehen. Die anderen Athleten schwammen teilweise einfach ins Gelbe hinein“, beschreibt Granger die erste Disziplin beim Thirsty-Man 2015.

Sand im Getriebe und vor allem in der Gangschaltung

Mit herkömmlichen Rennrädern kann man den selektiven Fahrradkurs quer durch die Sandwüste nicht meistern. „Wir haben spezielle Sandfahrräder, bei denen der Sand in der Gangschaltung nichts ausmacht und deren Räder rund 10 cm breit sind. Hier erfuhren die neuen Teilnehmer, dass die Beduinen nicht zum Spaß mit Gewehren neben uns her ritten. Wer versuchte seinen Eigenurin zu trinken, wurde gnadenlos erschossen. Das Gleiche galt auch für die anschließenden 42 Marathonkilometer. Als ich endlich im Ziel war, genoss ich nicht nur einen Schluck aus dem berühmten Thirsty-Man-Brunnen, sondern auch das für den Gewinner obligatorische Bad darin. Damit sollen die anderen Teilnehmer, nach guter alter Tradition, nochmals gedemütigt werden“, so der Extremsportler.

Foto: CC0 Public Domain

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