Salzburger Altstadt diskriminiert im Viertel-Takt

SA-TIERE. Andreas Gfrerer, Inhaber des lokalen Salzburger Etablissements zur betrunkenen Gans, darf nun den in der Mozartstadt überaus beliebten und angestrebten Titel des „Vorstand des Altstadtverbandes“ tragen. Seine Pläne für die Zukunft beinhalten viel Diskriminierung – und das vor allem im Viertel-Takt.

Der Mauerbau ist bewilligt

Die rund 2,2 Millionen Euro Budget, die der Altstadtverband jährlich zur Verfügung hat, werden nun nicht mehr nur für die Vermarktung von des Mozart oder des unsäglichen „Sound of Music“-Films verwendet, sondern soll auch in eine interne Abgrenzung mit bereits bewilligten Mauerbauten einhergehen.

Vermaledeite Bettler sollen verwirrt werden

Die Mauern sollen die einzelnen Viertel der Salzburger Altstadt wie ein Labyrinth durchziehen. „Wir wollen die Etablierung von bestimmten Vierteln, wie etwa einem Multi-Kulti-Viertel, einem Szene-Viertel oder Museums-Viertel“, so Gfrerer. Diese Abgrenzungen soll es auch den vermaledeiten Bettlern schwerer machen, die Touristen anzuschnorren, da sie durch die Irrwege durch die Mauern verwirrt werden sollen.

„Abgrenzung keine Diskriminierung“

Das sei aber nun keine Diskriminierung, behauptet Gfrerer, es sei nur eine Abgrenzung zwischen den Reichen und den Armen. Der Vorwurf, man würde nur gegen die Bettler vorgehen durch die Mauer, dementiert der Obmann ebenso. „Nein, die Mauer soll alle Armen, auch die Österreicher und Deutschen, vom schönen UNESCO-Weltkulturerbe fernhalten.“

Grüne schlagen Lösung vor

Das bereits existierende Ausländerwohnheim im Schloss Mirabell gilt als zukunftsweisendes Projekt in der Stadt Salzburg (wir berichteten darüber). Ein Vorschlag der Grünen Gemeinderäte steht nun ebenfalls im Raum. „Wir finden die Vorschläge der Reichen sehr gut. In Aigen, das ja sehr fern der Altstadt liegt, sollte man mit großflächigen Umsiedlungsmaßnahmen beginnen. Die dortigen Bewohner können in die Altstadt ziehen. Die Größe der Häuser in Aigen bietet viele Möglichkeiten, pro Haus im Durchschnitt 12 Personen unterzubringen, anstatt wie bisher maximal 4“, so ein Gemeinderat.

Foto: Stefan Köstlinger

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