Historische Sensation – Viele Mönche und Gutenberg Raubkopierer

SA-Tiere. Salzburger Wissenschaftler gelang unlängst eine sensationelle Entdeckung. In alten klerikalen Dokumenten aus dem Mittelalter fanden Historiker Hinweise, dass in christlichen Klöstern, in sogenannten Skriptorien, einzelne Texte und oft ganze Bücher ohne die Erlaubnis der Autoren kopiert wurden. Erschreckend war auch die Nachricht, dass laut den Wissenschaftlern auch der hochgelobte und von der Geschichte bisher gestreichelte Johannes Gutenberg illegale Kopien gezogen haben soll.

„Mönche nicht so schnell wie Glasfaserkabel“

„Wir stehen moralisch vor einem Rätsel“, so die Wissenschaftler, „die Kirche, dabei vor allem die Mönche in den Klöstern und Abteien, stand immer für die Treue zu Recht und Gesetz und Ordnung.“ Zwar hätten die Mönche damals nicht mit der Geschwindigkeit das geistige Eigentum der Autoren kopieren können wie dies Internetkriminelle heute tun, aber allein die Tatsache sei beschämend, dass sie es getan hätten.

Gutenberg Raubkopierer im großen Stil

Die Kirche wollte sich bis heute nicht zu diesen Vorwürfen äußern. Dabei wurde in ihrem Namen ein aus heutiger Sicht noch viel schändlicheres Verbrechen begangen. Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, öffnete den Raubkopierern seiner Zeit Tür und Tor, als er damit begann, die Bibel zu vervielfältigen.

„Sollen wir nun Druiden und Barden posthum verklagen“

Kritiker der Salzburger Ergebnisse sagen, dass das handschriftliche Kopieren und das Drucken der Bücher zur Mehrung des Wissens und zur allgemein gestiegenen Bildung beigetragen hätten. „Das Vervielfältigen von Geschichten und Daten ist so alt wie die Menschheit selbst. Da könnte man ja jeden Druiden oder Barden anklagen, nur weil diese das geistige Eigentum ihrer Zeit durch mündliche Überlieferung kopiert hätten“, so ein Sprecher der Piratenpartei.

Zivilisation von Raubkopierer

Man kann also sagen, die Menschheit kopiert sich und ihr Wissen seit sie begonnen hat, zu handeln. Wir sind eine Zivilisation von Raubkopierern. Ohne das Kopieren von zum Beispiel dem Verhalten der Eltern, könnten Kinder vieles nicht erlernen. Kopieren liegt in unserer Natur. Und wer ist schon gegen die Natur?

Fotos: oekomenische Christuskirche/Wikipedia

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One thought on “Historische Sensation – Viele Mönche und Gutenberg Raubkopierer

  1. Dabei sollte natürlich berücksichtigt werden, daß eine “Mittelalter-Epoche” auch nicht nur annähernd mit dem heutigen “modernen Zeitalter” bezüglich Urheberrecht verglichen werden kann und darf.

    Solche “mittelalterlichen Abkupferungen” waren wohl “normal” und dienten sicher auch teils der “Weiterverbreitung” solcher Schriften.

    Die klassischen klaren, heutigen gesetzlichen Regeln des immer gewichtiger werdenden Urheberrechtsgesetzes existierten nicht.

    Auch lange vorher gab es schon bei den alten Hellenen (etwa bei den drei Tragikern Sophokles, Euripides und Aischilos u.a.) und sogar bei den Kirchenvätern oder den “römischen Kaiserhofschreibern” – ja, sogar schon im AT + NT – analoge Vorgänge, die, so glaube ich, auch nicht so gravierend bewertbar sein dürfen und sind, wie heute, weil teils die Motivation primär aus dem “Verbreitungsvorsatz” sich rekrutierte und aufgrund fehlender Verbreitungstechnik (skriptorischer Mobilität) längst nicht so “erheblichen persönlichen Schaden” anrichten konnte wie heute, weil die Urheber mit Sicherheit oftmals ihr ganzes Leben gar nicht mitbekommen haben, daß irgendwo, um das zu “vereinzeln”, vielleicht mal in einem kleinen stillen Kämmernlein oder einer “Klosterzelle” bei Kerzenlicht ein federflinker Mönch saß, der womöglich nichts anderes tat, als “solcher Dinger” abzuschreiben.

    Nicht zuletzt förderten solche “Abkupferungenh” ja auch ganz sicher positive Effekte und Ergebnisse:

    Dadurch wurden manche Manuskripte, Intentionen und Beschreibungen nicht nur erhalten, die vielleicht sonst untergegangen oder verschollen geblieben wären (wie es ja teils passierte und uns ärgert), sondern es war ja auch – je nach Epoche – Sitte, diese “fremden Gedanken” (etwa Philosopie, Scholastik u.a.) mit eigenen zu vermischen oder umgekehrt.

    Dadurch waren (und sind noch) Werturteile über beide Vorstellen möglich – besonders, wenn sie konträrer Art waren.

    Bei “Gutenberg” ist das allerdings eine andere Sache, die hier aber auf einem anderen “Bewertungsblatt” steht, da die damalige dadurch verursachte “neue Verbreitungstechnik” anders bewertbar und die “gezielte Vorsatzrelevanz” immer mit einzubringen ist bei der Beurteilung solcher Vorgänge…!

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