Kopfgeldjäger aufgepasst - Salzburger Politiker loben 6.000 Euro aus.

Kopfgeld der Salzburger Gemeinderäte – eine Anklage des Polizeisystems

In der Stadt Salzburg an der stets fließenden Salzach haben Unbekannte ein gläsernes Euthanasiemahnmal zerstört. „Wir verurteilen diese Tat“, sagten die Salzburger Politiker unisono und ebenso vorhersehbar. Doch nun taten die 40 Gemeinderäte etwas, was es vorher in der politischen Landschaft der Mozartstadt noch nicht gegeben hat – sie lobten ein Kopfgeld von 6.000 Euro aus eigener Tasche aus.

Historisch: Kopfgeld nur bei schwacher Polizei nötig

Historisch betrachtet wurden Kopfgelder meist in solchen Gebieten ausgelobt, in denen die Polizei kaum bis keine reglementierende Macht besaß. Daneben wurden Kopfgelder meist von Privatpersonen ausgelobt. So geschehen auch nun in idyllischen Salzburg, denn die Gemeinderäte haben dies nicht als gewählte Vertreter gemacht, sondern als Privatpersonen – daher auch das jeweils eigenen Geld.

Baumaßnahmen: Wiederaufbau hat begonnen

Seit Freitag, 18. Juli 2014, wird das Mahnmal nun wieder aufgebaut. „Dabei wird eine Glasbaufirma zunächst den Glaskubus auf den Sockel des Denkmals aufsetzen. Anschließend wird Otto Saxinger, von dem das Mahnmal im Jahr 1991 geschaffen wurde, das Mahnmal wieder mit einer Mischung aus Sand und Asche befüllen“, sagt die Stadt auf ihrer Homepage.

Meinung: Unfreundliche Frage vermeiden

Dass die Polizei in der Stadt Salzburg zu wenig Macht besitzt, zu wenig mit dieser Macht machen kann, glaubt niemand. Also, was sollen die 6.000 Euro der 40 Privatpersonen? Es soll wohl ein Statement gegen rechte Gewalt sein. Aber ist speziell dieses wirklich nötig? Zum einen soll wohl bei der geneigten Wählerschaft der Eindruck erweckt werden, man tue etwas. Zum anderen hat einer den Vorschlag gemacht, und selbst wenn man als Gemeinderat nicht zahlen wollen würde, hätte man sich unfreundliche Fragen gefallen lassen müssen – und das will man ja als Politiker stets vermeiden.

Foto: Montage

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